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Editorial

Cicero sagt in seinem Werk „De Senectute: Über das Alter“:

 

„Weder weiße Haare noch Falten verleihen einem Menschen von selbst Würde; diese kann nur ein ehrlich gelebtes Leben schenken.“

 

Dieses Wort hilft uns, das Alter nicht nur als einen biologischen Prozess zu sehen, sondern als eine Ansammlung, eine Geschichte, ein Zeugnis. Wenn wir uns heute umsehen, erkennen wir, dass viele Menschen, die die Last der Jahre tragen, zugleich auch die Last der Unsichtbarkeit tragen. Dabei stehen hinter jedem Einzelnen Leben, die im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft unauslöschliche Spuren hinterlassen haben.

 

In unserer ersten Ausgabe werfen wir einen genaueren Blick auf die Freiwilligenarbeit, insbesondere dort, wo sie sich mit Alter und Einsamkeit überschneidet. Denn die Reife einer Gesellschaft misst sich daran, wie sie ihren verletzlichsten Mitgliedern begegnet. An eine Tür zu klopfen, einen Stuhl heranzuziehen, eine Geschichte geduldig anzuhören – manchmal verändert das die Welt eines Menschen. Manchmal auch unsere eigene.

 

Freiwilligenarbeit ist eines der stärksten menschlichen Bandmittel im Kampf gegen Einsamkeit. Uns daran zu erinnern, dass unsere älteren Menschen keine „Last“, sondern ein „Wert“ sind, und ihren Lebenserfahrungen, ihren Stimmen und ihrer Existenz wieder Gehör zu schenken – dafür haben wir diese Ausgabe vorbereitet.

 

Während wir diese erste Ausgabe von Mitenand vorbereiteten, empfanden wir eine unbeschreibliche Aufregung. Wir stellten uns eine Zeitschrift vor, die daran erinnert, dass Zusammensein, einander zu berühren und selbst mit einer kleinen guten Tat Herzen zu erweichen möglich ist.

 

Der Hauptgrund für die Entstehung dieser Zeitschrift war unser Wunsch, einen Beitrag zu der Gesellschaft zu leisten, in der wir gemeinsam leben. In der Hektik des Alltags vergessen wir manchmal, die Geschichten der anderen zu hören, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen oder uns an die heilende Kraft selbst eines einfachen Grußes zu erinnern. Doch Freiwilligenarbeit ist genau der menschlichste Weg, diese vergessenen Verbindungen wiederherzustellen. Diese Zeitschrift wurde geboren, um diese Verbindung zu stärken und daran zu erinnern, dass Solidarität, Teilen und gemeinsames Gutsein möglich sind.

 

In dieser ersten Ausgabe laden wir Sie in den Geist von Mitenand ein;

 

Zusammen zu sein …

Eins zu sein …

Gemeinsam zu lächeln …

Gemeinsam zu heilen …

 

Wir laden Sie ein.

 

Wir wünschen uns, dass Sie beim Lesen dieser Ausgabe nicht nur Wissen gewinnen, sondern auch die Begeisterung, die Wärme und die Aufrichtigkeit spüren, die wir empfanden, als wir dieses Abenteuer begannen. Vielleicht werden Sie beim Wandern zwischen den Zeilen bemerken, dass der Funke der Güte in Ihrem Inneren ein wenig heller leuchtet.

 

Schön, dass Sie diesen ersten Schritt mit uns gehen; Ihre Anwesenheit macht diese Reise umso bedeutungsvoller.

 

„Viel Vergnügen beim Lesen!“

 
 
 

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